Kohortenkastell Neckarburken, Badegebäude

Allgemein: Die Stellen, an denen die beiden Kastelle von Neckarburken liegen tragen seit jeher die Namen "Berk" = Burg und "Beieburg" = Beiburg.  Zweifelsohne gehen die Namen auf die Anwesenheit des Kohortenkastells und des kleineren Numeruskastells zurück. Das Kohortenkastell ist im Jahr 1810 zum ersten Mal entdeckt worden, und sogleich begann man damit, das gefundene Mauerstück abzugetragen. Die Reichslimeskommission begann Ihre Forschungen im Jahr 1892 unter der Leitung von K. Schumacher, dem Streckenkommissar für diesen Limesabschnitt. Diesen Forschungen verdanken wir heute fast unser gesamtes Wissen über das Kastell, da der gesamte Bereich heute überbaut ist und weitere Nachforschungen sich als schwierig erweisen dürften.

Kastell: Das Kastell hatte die Form eines regelmässigen Rechteckes von 131,5 m x 158 m ( 2 ha ) Seitenlänge. Man grub damals die Fundamente von 3 Toren aus, welche von je zwei Türmen bewacht wurden, das vierte Tor konnte nicht ergraben werden, wurde aber durch Sondierungen festgestellt. Einzig das fast 9 m breite Ausfalltor besass eine doppelte Durchfahrt. Wahrscheinlich besass das Kastell zur Abwehr noch jeweils einen Eckturm und weitere acht Zwischentürme. Ebenfalls entdeckt wurden das Prätorium, sowie das Wohnhaus und das Bad des Kommandanten. Im Osten des Kastells fand man noch die aufgehenden Mauern eines weiteren Gebäudes, welches als Plattform für Geschütze ( Baliste ) gedeutet wurde. Als Besatzung ist uns die "Cohors III Aquitanorum equitata civium romanorum" bekannt, eine gemischte Einheit aus Reitern und Infantarie, welche im Jahr 125 n Chr. aus Stockstadt am Main hierher umzog und welche im Jahr 150 n. Chr. weiter nach Osterburken verlegt wurde. Den Beweis liefern zwei Inschriftentafeln, welche als Bauinschriften gedeutet werden können, ebenso ein, im benachbarten Numeruskastell gefundenes, Militärdiplom. Zumindest war es diese Truppe, die den Umbau in ein Steinkastell vollzog. Welche Truppeneinheit das ursprüngliche Holz - Erdekastell erbaute ist bis heute nicht bekannt.

Gesamtansicht der Reste des Bades.

Im Vordergrund, das Kaltwasserbecken. ( piscina )

Bad: Das hier restaurierte Badegebäude gehörte zum Kohortenkastell in Neckarburken und spiegelt den letzten zeitlichen Ausbauzustand dar. Es wurde im Jahr 1974 und 1975 vom Landesdenkmalamt Baden Württemberg untersucht und teilweise restauriert. Der Rest des Bades wurde durch den Bau der Bundesstrasse zerstört.

Die restaurierte Abwasserleitung.

Blick auf den Schwitzraum ( sudatorium ).
Anfahrt: Am Ortsausgang, Neckarburken Richtung Dallau. Rechts an der Strasse. Beschildert.